Man nehme alles was sinnlos in Haus, Garage und Garten steht und werfe es mit Schwung auf die Straße und/oder den Gehweg. Dann kommen die starken Männer, sperren die komplette Straße ab, stellen Baustellenpfeile und -tafeln auf, beschäftigen extra zwei Mann die den Verkehr umlenken und laden dann alles – wer vergeudet schon seine Zeit mit Sortieren – mit einem Lader in riesige Lastwagen.
Und weg damit…
Die Tage vorher kann man lustige neue Sachen sammeln. Haben wir auch gemacht. Die Beute: zwei Fahrräder und ein Kinder-Basketballkorb.
Und nein: Nur wenn sich einer wundert… Wir haben nicht noch zufällig ein Mädchen bekommen. Das Hello Kitty Fahrrad hat einige Überredung und für Alex sicher einige Überwindung gekostet. Am Ende half nur das Versprechen, dass er das Ding bis August kaputt fahren darf…
Bis zum Umzug nach Texas sind wir jetzt perfekt ausgestattet! Dann stellen wirs, äh pardon, werfen wirs einfach wieder auf den Sperrmüll…
Nachdem wir heute in Santa Clara die + 30 Grad (Celsius!) Marke geknackt haben und auch noch Ferien sind, waren wir am – und im, brrrrrr kalt – Pazifik! Sche wars…
Nun geht sie also in den Endspurt – die Karwoche. Und das macht die Welt wieder ein bisschen spannender – und bunter!
Also die Kinder haben Ferien. Ja, das ist schön. Für die Kinder. Ich kann mir überlegen, wie ich sie bei Laune und das Haus instand halte. Sind die Kinder nämlich in schlechter Laune, poltern und peitschen, jagen und jaulen, klappern und kichern sie so durch dieses Haus (fein in Holzständerbauweise erbaut. Das mag schon irgendwie erdbebensicher und billig und äh, nicht so schön sein, aber auch verdammt hellhörig), dass ich im Erdgeschoß befürchten muss, sie stehen gleich im Wohnzimmer – ohne die Treppe zu benutzen – und ich vermute mal, die Nachbarn denken dasselbe.
Aber freilich haben wir uns ein paar Sachen für diese Woche überlegt. Samstag waren wir – welch Überraschung – im Freizeitpark. Und auch nach dem vierten Besuch gibt’s noch Achterbahnen, die die Jungs noch nicht gefahren sind. Abends war Thomas dann mit Johannes im Levi’s Stadium beim Monster Jam. Dazu sag ich jetzt nichts. Nicht so mein Thema. Aber das Kind kam um 22.30 Uhr heim und meinte nur: Das war so geil!
Und am Sonntag waren wir in der California Academy of Sciences. Nochmal ein sehr empfehlenswertes Naturkundemuseum (incl. Planetarium, Aquarium und Regenwaldhaus) mit aktueller Dinoausstellung. Und nachdem Alex jetzt der Dinoexperte ist (Hurra, Kindergartenprojekt. Und hier meine ich PROJEKT: vom Dinoeierbasteln, Fußspuren in Ton machen, Dinoknochenskelett, Untergang der Dinos, Namen der Dinos uvm haben die wirklich ALLES gemacht) – war das toll. Das bringt mich mal wieder zu der Überlegung, dass die verdammt coolen Museen für Kinder hier dann doch ganz dezent, oder nicht sehr dezent von den hiesigen Tech-Firmen gesponsert werdet. Aha! Das ist super, weil hier alles funktioniert und wirklich vom Feinsten ist. Da kann ich beim Gedanken ans Kinderreich im Deutschen Museum nur müde lächeln. Aber so ein unterschwelliges Gefühl von Manipulation wird man einfach nicht los. Seis drum.
So dann ging die Woche los und wir haben uns ganz gut durchgemogelt mit Zoo,
play date und der Vorbereitung auf die Ostertage. Das mit dem Schmücken ging gut. Ostereier sind da geduldig. Die lassen sich auch an Kraut und Plastikpalme hängen und auch für die Kinderbasteleien (Hier gibt’s nix neu Gebasteltes. Herrgott, die können ja auch nicht für jede Religion und jedes Fest was in der Schule und Kindergarten basteln. Das versteh ich schon. Und hihi! So ganz insgeheim bin ich gar nicht so traurig und jeder mit Kindern versteht das sicher, dass nach drei Kindern in Kindergarten/Schule der Bedarf an Selbstgebasteltem für Ostern reichlich gedeckt ist. Aber pssst! Das nur so unter uns) Aber ich hatte noch ein paar Bügelperlenostereier und so Kram in der Luftfracht und das haben wir dann wieder kreativ im Haus verteilt. Ohne neue Löcher in die Wand zu machen und mit gaaaaanz wenig Tesa-Film. Ehrlich!
Dann die erste Herausforderung: Ostereier färben. Färbeset gibt’s im Supermarkt. Das war einfach. Und nachdem wir zwar hinten aus der Packung die kleinen Kreise ausgedrückt hatten (ergibt dann eine Eierständer-Aufbewahrungs-Trocken-Vorrichtung) und danach gemerkt hatten, dass darunter die Beschreibung stand, gings auch so. Dachte mir, das wird schon so in etwa europäisch sein. Also Farbtablette in den Becher, Essig dazu und heißes Wasser. Leicht irritiert war ich von dem zischenden Brodeln, dass kurz darauf einsetzte, aber mei, dass sind halt wahrscheinlich nur ein paar Zusatzstoffe, die die EU mit Sicherheit seit Jahrzehnten verboten hat. So what! Die Kinder haben dann fleißig gefärbt und raus kamen: Coole neon-grell-bunte Ostereier, verziert mit den beigefügten Aufklebern, sind wir hier jetzt stilecht Westcoast-like vorbereitet. Siehe post unten.
So heute dann die nächste Aktion Osterlämmchen backen. Auch hier hab ich die Formen mitgebracht. Die gibt’s wohl eher nicht hier vermute ich, nachdem schon Hasen so äh, sonderbar aussehen. Auch hier siehe post unten.
Das Rezept noch schnell von der Oma angefordert, die Umrechentabelle von Cups auf Gramm bereitgelegt und frohgemut die Zutaten aus dem Schrank geräumt. Da war ich echt stolz! Erstens hatte ich Kokosflocken und Stärkemehl (na gut, corn starch, aber macht ja nix) im Supermarkt gefunden und meinem Jammern folgend hatte die liebe Oma ein Päckchen Semmelbrösel in das Osterpaket – das just gestern ankam – gelegt. Ach wie schön! Das mit der Margarine hab ich aufgegeben. Wer mag schon gesalzene Margarine in seinem Osterlamm? Aber Butter ist ja eh besser. Also alles zusammengemanscht. Während dem Quirlen die Ohrenschützer (vom Monster Jam) aufgesetzt, weil das Ding echt LAUT ist und raus kam ein ganz passabler Teig. Mit Küchenrolle noch die Formen eingefettet (grrrr, ich vermisse einen Küchenpinsel) und ab damit in den Ofen. Der ist nicht mein Freund! Hatte ich das schon mal erwähnt? Dieser Ofen ist nicht mein Freund!! Nach 30-40 Minuten hat er das ausgespukt:
Noch dazu fiel ein Stück des übergelaufenen Teiges in das Höllenfeuer, das ja unten die Hitze bringen soll und die ganze Bude stank angebrannt, nicht nach Kokos-Lämmchen-Osterduft. Grrrrr!
Also zweiter Versuch. Ofen ausgetrickst, Tür während backen nicht aufgemacht, weniger Teig eingefüllt und – gebetet – und so haben wir nun zwei tiefergelegte Lämmchen und zwei normale.
Zu denen meinte Alex grad: „Hey Brüder, zwei Lämmchen habens überlebt!“ Und heroisch hat er sich gleich für eins der verunglückten entschieden, weil man das „nicht mehr aufschneiden muss. Sind ja schon lauter Brösel!“
Also wir starten in die Karwoche und haben uns dann doch gegen den Supermarkt-Kuchen-Klebehase und auch gegen das Osterhasenlebkuchenhaus entschieden… Stattdessen gibts selbstgefaerbte Eier im grellen California Westcoast Style!