So cool!

Ach das Land ist toll und so brauchbare Erfindungen! Kein Gemantsche mehr in der Schultasche…

rot-gelb-weiß-grün-blau

Also auch auf die Gefahr hin, dass ich Euch langsam mit den ganzen Schulgeschichten nerve: Hier noch eine! Immerhin kreisen meine Gedanken – und ich mit dem Auto – ja täglich mindestens zweimal um dieses Thema und Gebäude.

Wie berichtet, ist schon die Reise zur Schule täglich eine Herausforderung. Die eigentlich lustige Sache an dem Ganzen ist dann aber das Parken und Parkverhalten der Eltern an der Schule.

Hierzu bekam ich am ersten Schultag folgende Parkinformation inkl. einem „KiBiLi-Aufkleber“ für die rechte (ja, das ist wichtig!) Seite der Windschutzscheibe unseres Autos ausgehändigt. Ah ja!

Also generell habe ich verstanden, dass die Kinder (und wir reden hier von ALLEN bis zur 12. Klasse) bis zur Tür gefahren werden und wir mit unserem – Ich lasse die Kinder auf der Straße raus und die letzten paar Meter laufen – wirklich zu den Ausnahmen zählen. Vor allem, wenn ich nicht mitgehe, sondern meine acht- und zehnjährigen Söhne alleine gehen lasse! Oh Schreck!

Regelkonform habe ich dann auch in den ersten Tagen versucht, mich an obige Park-Ein-Auslade-Regelung zu halten. Wow! Das nenn ich mal eine Herausforderung. Also:

Farbe des Randsteins beachten! Generell ein guter Tipp, weil die das ja ganz gern überall machen. Ich habe folgendes gelernt:

Wir parken nie, also NIE an einem roten Randstein. Das ist die Feuerwehrzufahrt und nein, nein, nein, da wollen wir nicht stehen. Na ja, also falls das eigene Kind gerade mit Schultasche, Cello samt Tasche, Lunchbox und Handy hilflos am Gehsteig steht, wo ausgerechnet ein roter Randstein ist, dann, na ja – kann man also. Aber nur ganz kurz! Und wirklich nur, also ausnahmsweise…

Ein absolutes No-go ist auch das Parken bei blauem Randstein, weil das sind die Behindertenparkplätze. Wirklich gut zu erkennen, weil ja auch noch ein Schild da steht, mit wieviel Strafe zu rechnen ist, wenn man da parkt. Also das geht nun wirklich gar nicht! GAR NICHT – meine ich! Aber jetzt nur mal rein theoretisch, wenn gerade das Kind hilflos… aber dann nicht ganz einparken, sondern nur so halb an dem blauen Randstreifen und ganz schnell jetzt…

Gelbe Randstreifen. Ja, die sind schon gut zum Parken. Das fällt jetzt nicht so auf, dass das für die Überwege gedacht ist und so Rampen für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen und so. Das muss man jetzt nicht so ernst nehmen und wenn es auch noch die letzte Möglichkeit ist und ja, das machen ja auch die anderen. Das geht dann schon.

Weiße Randstreifen und „normale Parkplätze“. GUT! Ja hier wollen wir parken. Aber ist halt alles mit Personal-Fahrzeugen vollgestellt. Oder da stehen nur die Streber-Eltern, die wirklich schon ab halb acht da sind, oder eine verwirrte Mutter die die Zeichen beim Einweispersonal falsch erkannt hat. Ja, richtig gelesen. In der Früh leistet sich die Schule für diesen Parkplatz einen Einweiser, der die Autos ein-, durch-, hin- und herweist. Eher – erfolglos, aber gut zu erkennen an der gelben Leuchtweste!

Grüne Randstreifen. Auch sehr schön. Hier darf man nur max. 10 Minuten parken. Und zwar in der Zeit, wo man sein kleines Kind in den Kindergarten (KiBiLi: Vorschläge, was diese Abkürzung zu bedeuten hat, werden gerne entgegengenommen. Der kreativste Vorschlag gewinnt die neueste Ausgabe von „Autofahren für Dummies“ in der US-Version!) bringt. Ha! Das ist cool. Dafür ist der Windschutzscheiben-Aufkleber gedacht. Damit da auch nur berechtigte Eltern parken. Ha! Ich hab so einen! Wie viele andere auch. Und andere wieder nicht. Und die parken trotzdem da: Stunden über Stunden…

Und dann gibt’s noch die Drop-Off und Pick-Up Zone. Ja, das klingt gut! Nur schnell stehen bleiben, Kind aus- oder einsteigen lassen und „der Fahrer muss immer am Fahrzeug“ bleiben Vorschrift. Herrlich! In der Theorie. In der Praxis sind das quasi nochmal Parkplätze, die je nach Bedarf kürzer oder länger genutzt werden.

Genauso wie „die zweite Reihe“: Da gibt’s ja im Plan oben ganz links zwischen den Drop-Off Zonen zwei Spuren. Davon wird eine dann dauerhaft und regelmäßig als zweite-Reihe Parken umgewidmet. Auch eine Möglichkeit!

Also ums kurz zu machen: Es ist täglich ein heilloses Durcheinander. Ein Gefahre und Geparke wie es jedem so gefällt und lustig anzusehen, vor allem weil durch die speed bumps die Autos auch noch in und aus dem Parkplatz „hoppeln“.

Ostern ist ja bald…


Auf dem Weg zur Schule!

Ach ja, die Sache mit dem Schultransport, das ist so eine Geschichte…

Ungewohnterweise muss ich ja jeden Tag unsere Kinder in die Schule/Kindergarten mit dem Auto fahren. Das bringt erst mal so einige Umstellungen in der Morgen-Routine. Nichts mehr mit eins nach dem anderen zur Tür rausschmeißen, sondern alle müssen gleichzeitig fertig sein (Aber bei jetzt vier statt einem Waschbecken ein Klacks!) und in dem einen Auto sitzen. Das hat jetzt viel Schönes: Wohnzimmertür auf, ein Schritt über die Schwelle und wir stehen am Auto.

Hat wiederum den Nachteil, dass man ja auch ohne Jacke, Kappe und vor allem Schuhe ins Auto steigen kann. Bisher konnten wir das Unglück noch abwenden und die letzte Chance nutzen, um nochmal den ein oder anderen Sohn aussteigen zu lassen, um Schuhe mitzunehmen. Aber hey! Eines Tages wird es passieren und wir kommen an – aber die Schuhe bleiben zu Hause. Gut, dass das Wetter schöner wird. Da kann man auch barfuß laufen…

Eigentlich fahren wir dann los, Johannes daddelt am Handy, Matthias schimpft, dass er kein Handy zum daddeln hat und Alex erzählt von allen Fahrzeugen, die er auf dem Weg so sieht – und schimpft! Weil ich keins der Fahrzeuge in voller Pracht sehe – aber mei – bei den Schlaglöchern, herunterfallenden Schaumstoffmatten bei meinem Vordermann-Pick-Up und den zwei- bis sechsspurigen Straßen muss ich halt hin und wieder auch auf den Verkehr achten. Versteht jetzt der 5-jährige nicht so wirklich…

Heute Morgen gabs eine Variante: Johannes Handy war komplett leer und er schimpft, weil wir (also sein Vater und seine Mutter) es nicht angesteckt haben. Hä? Warum auch. Also Johannes im Auto schimpft mich wegen dem Handy, schimpft Matthias weil er – äh, einfach da ist, blöd schaut, schluckt, sich bewegt, was weiß ich – Matthias schimpft, weil Johannes schimpft und fängt dann an zu singen.

Dazu sei hier der Hinweis auf „Leap Frog – The letter factory“ gegeben. Mutige können da mal bei YouTube reinhören. Ich weiß nicht, wer das erfunden hat, aber sicher kein vernünftiger Mensch, der drei Kinder in die Schule fahren muss. Das Lied beruht auf dem Gesinge der Buchstaben. OK. Kennen wir ja alle. Lalalalala“ A-B-C-D-E-F-G, H-I-J…“. Diesen ABC-Song gibt’s auch auf Englisch. Soweit so gut. Soll man ja können (eigentlich lernen die Kinder nix anderes, als die Singerei dieser Buchstaben. Grrrr). Aber in diesem verflixten Lied bekommt jeder Buchstabe einen „sound“. Also geht’s los: The „A“ says „Ahhhh“, the „A“ says „Ahhh“, every letter makes a sound, the „A“ says „Ahhhh“. Und dann machen wir das für alle 26 Buchstaben. Nicht schön, kann ich nur sagen! Gar nicht schön, bei den Schlaglöchern, herunterfallenden Sch….

Also gut heute Morgen: Matthias und Alex singen und Johannes schimpft. Ich fahre in unseren Guten-Morgen-Stau auf der 237 und hätte fast übersehen, dass mich das intelligente Google-Maps-Navi bei Exit 5 heute runter lotst. Aha! Mal was Neues. Bin ja auch nicht die Einzige, die diesem kreativen Hinweis folgt. Entsprechend lang dauerts beim Abbiegen. Der nächsten roten Ampel. Der scharfen Linkskurve. Und guck mal: Bei Exit 4 sind wir dann alle wieder auf dem Freeway und hey, angeblich 8 Minuten gespart! Wenn der Tag nicht gut los geht.

Dann rollen wir in Richtung Schule. Ich schwinge wie üblich elegant unseren 8-sitzigen-Elefanten-grauen Honda Pilot um die letzte Kurve und versuche wie immer einen Parkplatz am Straßenrand zu ergattern. Shit! Heute 7 Minuten später dran wie üblich und die fein ausgemachten Parkplätze sind alle belegt. Noch ein paar Meter weiter und – puh – was für ein Glück. Da ist noch einer, keine Einfahrt und kein farbiger Randstein und den windigen Tesla auf der Gegenspur hab ich gar nicht gesehen. Der hatte auch nicht wirklich geblinkt, oder?

Wir parken also ein und ich lasse das schimpfende und das singende Kind die letzten – Vorsicht, jetzt kommts – 50, heute vielleicht sogar 75 METER zur Schule alleine laufen. Potzblitz! Was sind wir doch für ausgemachte, völlig wagemutige Neuankömmlinge!