Die drei „K“

Ja, also. Neben den Kindern und deren Transportaufgaben beschäftige ich mich (und sie mich) in der Küche.

Die phänomenale Ofensteuerung hatte Thomas ja schon mal gepostet. Diese Steuerung dient nur der Funktion des Backrohres. Ich hab mich also einfach erwartungsfroh bei der ersten geplanten Backtätigkeit an die verschiedenen Knöpfe gemacht und ausprobiert was passiert. Manchmal tat sich was. Manchmal nicht. Hm. Aber wenn sich was tut im Backrohr, dann sieht man auch hier quasi das „offene Feuer“. Ja – so ist das halt beim Gasofen. Macht mich irgendwie nervös, dass ich ins Backrohr gucke und sehe da unten das Gas lodern, aber so ist es wohl.

Jetzt habe ich in meiner vorausschauenden Art (Jawohl! Und hier wird jetzt nicht gelacht!) auch zwei Kochbücher in die Luftfracht gepackt: Das „Bayerische Kochbuch“ (Auslandserprobt! Hatte ich von meinen ehemaligen Kollegen bekommen, bevor wir nach Vermont gingen.) und das „Was koch ich heute?“. Beides vom Prinzip hilfreich, wenn da nicht diese verflixte Küche wäre.

Jetzt nehmen wir mal an, ich habe alle Zutaten gefunden (das ist noch ein anderes Thema…) und versuche zu Kochen und zu Backen:

Erstes Problem: Das nötige Werkzeug – Die Küche ist zwar im Prinzip ausgestattet, aber ein Schneidbrett war nicht zu finden, ebenso wenig ein Schäler. Walmart sei Dank, jetzt hamma das. Töpfe gibt’s auch. Aber kennt ihr das? Diese Billig-Töpfe-Schrott-Mistdinger? Schauen verdächtig normal aus, fühlen sich aber schon so komisch leicht an und – ich schwör ich hab nix gemacht – nach nicht mal vier Wochen war vom ersten Topfdeckel der Griff ab. Dann gibt’s genau einen größeren Topf… Uahhh! Was vermisse ich da meine zwei feinen großen Töpfe und eine einzige Pfanne. Auch dieses Billig-Pfannen-Schrott-Mistding wo jedes Essen, JEDES Essen anbrennt! Na also gut. Wir haben Werkzeug um zu schnippeln und Töpfe/Pfannen um zu Kochen.

Zweites Problem: Der Biomüll – Eigentlich sehr fein. Das eine Spülbecken hat einen über Schalter zu bedienenden Zerkleiner-Häcksler. Was weiß ich wie das heißt. Finden die Jungs super! Einfach Zeug ins Spülbecken, Knopf drücken, Ratter-ratter-zonk-häcksel und das Zeug verschwindet im Abfluss. Noch bisserl Wasser dazu und die Gemüse- und Eierschalen, Paprikainnenleben und Orangenschalen sind verschwunden. So die Theorie! Jetzt hat es sich aber so ergeben, dass ich erst so nach ein paar Tagen – na um ehrlich zu sein, erst nach zwei Wochen oder maximal drei – nachgelesen habe, WAS man so alles in den Zerkleiner-Häcksler werfen darf… Äh, ich sags jetzt mal so: Wir wissen inzwischen, dass das Ding ein Art Not-Aus hat. Also scheinbar schaltet es sich bei Überhitzung selber aus und man kann sowas wie ne Sicherung wieder reindrücken. Und ich weiß, dass man neben dem Ding unter der Spüle besser keine Papier- oder Pappschachteln haben soll (das wird verdammt heiß!) und wir haben jetzt einen der Pimpel, die eigentlich in dem kleinsten Raum des Hauses (da wo man alleine hingeht und sich setzt… Klar jetzt?) dauerhaft in der Küche deponiert. Weiß Gott ich kann nur beten, der war noch neu…

Drittes Problem: Maßeinheiten – Ach herrje. Es gibt in der Küche natürlich keine Waage. Warum auch? Alle Maßeinheiten sind in cups oder tablespoons angegeben. Also alle NICHT in meinen beiden Kochbüchern! Wer kocht auch schon mit 1/2 cups und 1/4 tablespoons? Das wusste ich natürlich schon vorher und was machen wir auch so einen Wirbel darum. Haben jetzt eine Umrechnungstabelle am Kühlschrank hängen und ehrlich: Das mit dem Lernen für Mathe hat sich erledigt, seit die Jungs immer Gramm in Cups umrechnen müssen! Prima eigentlich. Aber mich würde trotzdem noch interessieren, was ich bei der Geschichte falsch mache: Also ich hab dieses Ding (lecker Plastik und zum Zusammendrücken. Man sieht auch nach dem Geschirrspüler fast keine Überreste vom letzten Einsatz mehr. Ehrlich. Ich koch dann halt notfalls ohne Brille…). Jetzt versuch mal damit 3 cups Mehl abzumessen. Ich frag mich: Tunke ich den Plastik-Cup in die Mehlpackung? Oder Löffel ich das Zeug in den Cup rein? Und wieviel ist nochmal ein ganzer Cup? Welcher Rand zählt jetzt da? Außerdem schlabbern und wabbern die 1/2 Cup, 1/4 Cup immer mit rum oder ich muss die abmachen? Na, ich finde Augenmaß tuts auch…

Viertes Problem: Der Ofen – also jetzt nochmal im Detail. Das mit dem Rohr schreckt mich und ich versuche noch den Unterschied zwischen bake und broil herauszufinden und wie das mit meinem Kochbuch-Latein zu Ober-/Unterhitze und Umluft zu vereinbaren ist. Wie ich dem Backofen „Bei guter Mittelhitze…“ beibringen kann, ist mir auch noch ein Rätsel, aber seis drum. Kochen auf den Platten (mei Platten, was hätt ich die gern!) äh, Eisenhalterungen oben ist auch eine Herausforderung! Ja, ich weiß schon: Gas ist toll! Gas macht sofort heiß, wenn mans anstellt und ist sofort wieder kalt, wenn man es ausdreht! Aber hey, das hat mein Induktionsherd in Putzbrunn auch gekonnt! Grrrrr. Aber nicht lang meckern: Also Gas an: Knack-knack-wusch, Flamme da, Gestank auch! Topf drauf, bruzel-bruzel – angebrannt! Nochmal von vorne… Ich habe gelernt: Das wird echt schnell verdammt heiß. Auch der Rand vom Billig-Topf-Schrott-Mistding und auch die Plastikgriffe vom Billig-Topf….! Die Gasflamme geht von selber aus! Aber nur, wenn mal so ein bisschen Spaghetti-Wasser überläuft. Echt wenig! Und dann lässt sichs auch nicht mehr anmachen, bis das Wasser weggeputzt ist. Ich habe noch gelernt: Auch wenn ich dachte, keine KLEINEN Kinder mehr zu haben, ist „Echtes Feuer“ immer noch spannend für die Jungs und sie fingern ganz gern an den Gasflammen rum, findens toll, dass man an dem Knopf drehen kann und „die Flamme wird dann richtig groß, Mama!“ Argh! Hilfe! Schön, dass es in jedem Zimmer Rauchmelder gibt…

Aber was soll ich sagen: Wir sind noch nicht verhungert! Nehmen trotz allen Widrigkeiten täglich eine warme Mahlzeit zu uns – Lob an die Männer: Bisher haben sie alles gegessen, oder zumindest probiert, was ich gekocht habe…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert